Vorbemessungen  Um gefühlsmässigen Einwendungen zuvorzukommen, werden in Anlehnung an das in Schneider-Bautabellen angewandte Verfahren  essentielle Teile so weit gezeigt  dass die Technik klar wird.       (Lit.: Schneider Bautabellen)                          Dieses Standardwerk reicht nicht immer. Genaueres in einschlägigen DIN-Normen
Glaubwürdigkeitsprobleme haben wir nicht, da wir nachweisen können, dass wir uns an die anerkannten Regeln der Baukunst halten.
Für Fehlerhinweise wären wir dankbar. Ebenso für Vorschläge zur Verbesserung der Verständlichkeit.

1. Statik
1. Tragende Aussenwände . Kurzwandstücke 2 : 13*53 cm; Einzugsbereich 3,5m
Lasten: aus Dach 2 kN/m^2 ->3,5*1,5*2 = 10,5; Eigengewicht 29 -> Ned= -0,04MN
Windsog 0,8 kN/m^2 -> Med1 = 0,011 MNm
Tafel 11b: lambda = 140; Beton C30/37 ->fck=30; fcd=17; fyd=435 -> nüed=-0,035; nüed1=0,073
-> Omegatot = 0,2 -> Astot = 5,2 cm^2
Die Aussenwände sind statisch zweigeschossig.

2. Punktfundamente unter Kurzwänden: Last = 40 kN + EG-Decke 13 +EG-Boden 5 + Eigengewicht 10 = 68 kN; Bodenbelastbarkeit 200 kN/m^2 -> 0,6*0,6m auf Frosttiefe.

3. Windkräfte auf Feld. (erhöhte Eckwerte durch erhöhtes p=0,8 berücksichtigt) Lit:S. 5.54 Stützungsart 2.2: ly =5; lx=3,8->mfy=0,3 kNm ; mfx=0,6; h=4cm ->As=0,6cm^2
Verwendet: d=1cm mit e=0,83m -> As =0,95cm^2 > 0,6
Schub am Auflager < 0,03 kN/cm^2 < 0,6
Die Felder tragen nur Eigengewicht und Windlast. Sie sind daher „nicht tragend“.

4. Ständer NHC24 6*6cm: Tragfähigkeit bei lef/a=40: Nmax = 3,36 kN
Bei lef/a =30 (Einspannung) = 5,92 kN (Lit Tafel 9.20 a)

2. Wärmedämmung. (EN ISO 6946; Lit., EN Iso 10211(1995)). An singulären Stellen verläuft der Wärmestrom nicht geradlinig. Die genaue Berechnung mit FEM lohnt nur in der Nähe von Grenzwerten. Verwendete Näherung: Man verbreitert rechnerisch die Betonrippen beidseitig um die halbe Flankentiefe.

Als Materialqualitäten preiswerter Dämmstoffe kann man ansetzen: Styropor PSE 15: 0,04 W/mK; Mineralwolle 0,035; "Superdämmstoff" 0,024."Superdämmstoff" gibt es preiswert als zweite Wahl. Man bringt ihn um die Flankentiefe überlappend hinter den Tragteilen an.

Mit 35cm dicken Wänden erreicht man mit U=0,13 Passivhausqualität.

3. Dampfdiffusion. (nach Glaser.)
Normklima Winter: Aussen –10°C; 80% Luftfeuchte ->Dampfdruck 208 Pa; Sättigungsdampfdruck 260 Pa; Innen 20°; 50% -> Dampfdruck 1170 Pa; Taupunkttemp. 9,3°
Temperatur an Dampfsperre: 20° - 30°*(0,06/0,04+0,13)/6,22 = 12,1° > 9,3°
Dampfdruck hinter Plattenspiegel: Dampfwiderstand 0,03*150 =4,5m; Dampfsperre 150m
->Dampfdruck = 208+(1170-208)*4,5/150 = 237 Pa <260.
Ergebnis: Kein Taupunkt in der Wand.

4. Die Effizienz wird durch Entkoppelung der unterschiedlichen Forderungen erreicht:
Statik: Minimierung der benötigten Betonmenge. Beton ist thermisch nutzlos, bildet aber eine wind- und schalldichte Aussenfläche. Die Plattenspiegel sind diffusionsoffen genug, um die Wand taupunktfrei zu machen.
Herkömmlich wird ein traditionelles Haus mit Wärmeschutzmassnahmen versehen, was Kosten- Nutzenrechnungen hervorruft. Hier ist der Wärmeschutz integriert.
Stahlbeton lässt grosse Schlankheiten zu. (Heft 220 DAfStb: sk/d < 58)                                 Eine 13 cm dicke Wand kann über 5m hoch sein. Dies ermöglicht den nutzungsmässig besonders effizienten Bau von Wohnhallen, die man nach Bedarf mit Emporen versieht.
Wärmedämmung: Keine zusätzlichen Anforderungen als Putzträger, der den aufgebrachten Edelputz nicht durch Schwinden belasten darf und daher nicht beliebig dick sein kann und noch dazu geschlossenporig sein muss. Hier keine Dickenbegrenzung und preiswerte Mineralwolle, die zugleich Schall dämpft.
Innenflächen: Bewährter Trockenbau als schalldichte Innenschale.

5. Indirektes Heizen. Man versteht darunter, dass ein Raum seine Wärme aus benachbarten Räumen bezieht. Bauphysikalisch ist dies wegen der starken Wärmedämmung unbedenklich. Ein Beispiel: Ein Raum habe 30m^2 Aussenflächen U=0,15 und 2,5 m^2 Fenster mit (nachts) U=0,8; Temperaturdifferenz 20K
-> Heizbedarf = 20*(30*0,15+2,5*0,8) = 130 W
Spez. Wärme von Luft = 1250 Ws/m^3K; thermische Strömungsgeschwindigkeit >0,2m/s;
Strömungsquerschnitt = 1/3einer Türfläche = 0,5m^2 -> Leistung = 0,5*0,2*1250 = 125 W/K.
Die Temperatur des indirekt beheizten Raums liegt 130/125 = 1° unter der des beheizten Raums. ( praktisch nicht spürbar )

6. Masse: Als Einfamilienhaus ist unser Haus ein Leichtbau, da die Betonteile nur wenig zur Temperaturstabilisierung beitragen. Bei DH kommt die Masse einer halben Trennwand, bei RH die einer ganzen Trennwand hinzu.
Masse ist nützlich: ImSommer, um nächtliche Kühle für den Tag zu speichern.
In Übergangszeiten, um Tageswärme für die Nacht zu speichern.
Sie ist im Winter schädlich, da sie Einsparungen durch Temperaturabsenkung behindert.
Ohne Berechnungen kann man sich kein Bild machen.
Vorbemessung: Das Haus verliert durch Wände, Dach, Fenster und Lüftung die Leistung
H= 90 W/K. Die wirksame Masse beträgt ca: EH: Wände, Decken GK 12,5mm, Böden Spanplatte 21mm =>6600 kg; DH = 17000kg; RH = 27 000 kg
Spezifische Wärme 1000 Ws/kgK
                                                                                                 EH         DH         RH
=>Wärmekapazität C (kWh/K)=                                            1,8         4,7         7,2
Zeitkonstante T = C/H (Stunden h)                                        20         50           80
Temperaturrückgang in 12 h bei Temp.-Diff. = 10K              4,5°       2,1°         1,4°
Im Winter Temperaturdifferenz =20K                                      9°        4,2°         2,8°